Goethe-Gymnasium: Zwei neunte Klassen besuchten mit ihren Lehrerinnen die Gedenkstätte

Lehrreicher Schultag im ehemaligen KZ Osthofen

Bensheim. Kürzlich fuhren die Schüler der Klassen 9b und 9d des Goethe-Gymnasiums ins rheinhessische Osthofen. Dort stand der Besuch eines frühen Konzentrationslagers auf dem Lehrplan. Dieses unmittelbar nach dem Amtsantritt Hitlers in Osthofen für das damalige Land Hessen installierte KZ ist heute eine Gedenkstätte, die in jüngster Zeit immer mehr Zulauf von Schulen erfährt. Schon bei der Anmeldung zum Besuch der Gedenkstätte wurden die Lehrerinnen Eva Zeig und Judith Grön darauf aufmerksam gemacht, dass in diesem Lager niemand getötet wurde.

"Die Schüler sollten nicht mit den typischen Erwartungen von Leichenbergen und Gaskammern in die Gedenkstätte kommen, darauf hat man uns vor dem Besuch ausdrücklich hingewiesen", so Judith Grön.

Sehr gut gerüstet

Die Neuntklässler wurden zur Vorbereitung der Exkursion damit beauftragt, die Homepage der Gedenkstätte intensiv zu studieren, so dass sie schon vor der Führung sehr gut gerüstet waren, dem Gedenkstättenteam viele schlaue Fragen stellen zu können. Die Museumspädagogen waren positiv überrascht über das große Interesse der Schüler. Zudem zeigten sich die Jugendlichen sehr empathiefähig, denn Folter und Demütigungen waren in dem Lager an der Tagesordnung.

Bekämpfung aller Regime-Gegner

Nach außen stellte die NSDAP das KZ als Umerziehungslager dar, dort sollten jedoch politische Gegner unschädlich gemacht werden. Dem voraus ging die Enteignung einer jüdischen Familie, um die damalige Papierfabrik künftig anderweitig zu nutzen.

Das KZ existierte nur 14 Monate, ist jedoch ein Beispiel für die entschlossene Bekämpfung aller Gegner des NS-Regimes unmittelbar nach der Machtübernahme der NSDAP. Bei der Abschlussrunde zeigten sich die Schüler beeindruckt von diesem regionalgeschichtlichen Tag, der eine lehrreiche Abwechslung zum normalen Schulalltag darstellte. red

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 08.11.2013