Kreatives Plädoyer gegen Gewalt

Sehr erfolgreich hat das Goethe-Gymnasium am 63. Europäischen Wettbewerb teilgenommen. Das Motto des ältesten und renommiertesten deutschen Schülerwettbewerbs lautete diesmal "Gemeinsam in Frieden leben."

Alle Jahrgänge und Schulformen waren angesprochen, sich kreativ mit Themen wie Vielfalt, Zivilcourage und Gleichberechtigung auseinanderzusetzen. Insgesamt wurden ans Goethe-Gymnasium 13 Anerkennungspreise vergeben. Drei Schüler siegten auf Landesebene.

Schulleiter Klaus Holl freute sich über den Erfolg und beglückwünschte alle Teilnehmer für deren respektable Leistung. Der Vorsitzende der Europa-Union Bergstraße, Wolfgang Freudenberger, überreichte am Freitag die Preise und Urkunden. Es gehe um Frieden in der Welt in wenig friedlichen Zeiten, so Freudenberger in der Mephisto-Lounge der Schule. Mit jährlich rund 80 000 Teilnehmern an bundesweit über 1000 Schulen erzielt der 1953 gegründete Wettbewerb nach wie vor eine starke Resonanz. Das Goethe-Gymnasium nimmt seit vielen Jahren daran teil, so Freudenberger, der auch Leiter der benachbarten Heinrich-Metzendorf-Schule ist.

Plakativ und sensibel

Das friedliche Zusammenleben in Europa sei eines der wichtigsten Themen unserer Zeit, so der Vorsitzende. Umso wertvoller sei es, dass sich an der Schule so viele junge Menschen beteiligt hatten. Die Beiträge stammen von der fünften bis zur 12. Jahrgangsstufe. Mit einem Landesieg sowie einer Anerkennung auf Bundesebene hat Christian Peters (Klasse 11) am besten abgeschnitten. Der Schüler hat sich dem Thema Gewalt gegen Frauen ebenso plakativ wie sensibel gewidmet.

Sein Triptychon zeigt ein symbolisches Frauengesicht, dass Verletzungen an Körper und Seele vermittelt. "Ich wollte die Facetten der Gewalt darstellen", so der Schüler. Eine Freundin hatte ihm Modell gestanden. Mit dem Untertitel "eMANNzipiert" wollte Christian Peters betonen, dass ein Großteil der Gewalt von Männern ausgehe.

Leonie Wüst und Zsa-Zsa Jung (Jahrgangsstufe 12) haben für ihre Plakatreihe einen Landessieg errungen. Sie zeigen zehn Motive, die Frauen in verschiedenen Situationen und Szenen abbilden. Die Bilder mahnen zum Hinsehen, zum Nachdenken und kritischen Reflektieren. Alle Personen wurden von Mitschülern dargestellt, eindrucksvoll inszeniert und mit einer klaren Botschaft versehen.

"Der Wettbewerb soll das europäische Bewusstsein schärfen", so Wolfgang Freudenberger. Neben der Sensibilisierung für relevante Themen wollen die Veranstalter vor allem auch Jugendliche für ein persönliches politisches Engagement interessieren.

Auch die Lehrerinnen waren von den fotografischen, schriftlichen und multimedialen Arbeiten begeistert. Ute Ritter, Julia Weis und Désirée Hahnemann gratulierten den Teilnehmern. Ebenso die Europa-Beauftragten der Schule, Tina Limp und Ulrike Heitkämper. tr

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 21.06.2016