Bensheimer Jugendliche für den Landesentscheid in Darmstadt qualifiziert / Viele tolle Projekte vorgestellt

Ein Kniff – und Schulbücher werden nie mehr vergessen

Daniel Schröter wollte wissen, ob Haarspray schädlich ist. Eigentlich hat er für seine Frisur immer Haarwachs benutzt, das hat aber nie so richtig gehalten. "Meine Freunde haben gemeint, ich soll doch einfach Spray nehmen", erzählt der 14-Jährige vom Bensheimer Goethe-Gymnasium. Doch so einfach wollte es sich Schröter nicht machen. Ist Haarspray nicht schädlich für den Körper? Oder für die Umwelt?, fragte er sich und machte daraus ein Forschungsprojekt.

Seine Ergebnisse präsentierte er jetzt beim Regionalwettbewerb Jugend forscht im BASF-Standort in Lampertheim. Weil Daniel Schröter allerdings noch so jung ist, nimmt er an der Juniorsparte teil, die sich Schüler experimentieren nennt. Insgesamt präsentierten am Samstag 48 Schüler in beiden Wettbewerben ihre Forschungsergebnisse. Schulen aus Bensheim, Heppenheim, Seeheim-Jugenheim und Bürstadt nahmen daran teil. Eine Jury bewertete die Ergebnisse. Bei der Siegerehrung am Nachmittag dann die freudige Nachricht: Auch zwei Schülergruppen aus Bensheim landeten auf dem ersten Platz. Sie dürfen nun am 11. und 12. März beim Landesentscheid in Darmstadt mitmachen (der BA hat berichtet).

Es ist das erste Mal, dass die BASF den Regionalentscheid ausrichtet. Bislang hatte RWE die Schüler ins Bibliser Kraftwerk eingeladen. Doch seitdem klar ist, dass die Tage des Standorts in Biblis gezählt sind, wollte der Energieversorger den Wettbewerb abgeben. "Wir werden es auf jeden Fall in den kommenden Jahren übernehmen", sagte der Lampertheimer BASF-Standortleiter Dr. Helmut Prestel. Und das Chemie-Unternehmen hat auch gleich eine Neuerung eingeführt: "Wir haben die Veranstaltung auf einen Samstag gelegt", sagt Prestel. Damit auch Eltern und Lehrer dabei sein können, um sich die Projekte der Schüler anzuschauen.

Beeindruckende Projekte, wie das von Daniel Schröter. Zuerst hat er seine Haarspray-Wassermischung auf Kresse geträufelt und dann das Wachstum der Pflanzen kontrolliert - Ergebnis: "Die Pflanzen, auf die ich das Haarspray aufgetragen habe, wuchsen langsamer." Dann wollte er wissen, wie sich Pantoffeltierchen in der Haarspay-Mischung vermehren: "Auch hier beeinflusste das Haarspray die Tiere negativ." Doch das Projekt ist seiner Meinung nach noch nicht ganz fertig. "Es wäre interessant zu wissen, welche Inhaltsstoffe der Sprays in die Umwelt gelangen, und welche auf dem Kopf", sagt Schröter.

Weiter forschen wollen auch die Schülerinnen Laura Löser und Yasmin Douahem von der Bensheimer Liebfrauenschule. Sie haben herausgefunden, dass jede Gelbbauchunke ein anderes Muster aufweist. Die Schülerinnen haben eine Datenbank mit Bildern der Tiere angelegt. Die Software kann das gelb-schwarze Muster jeder Gelbbauchunke lesen wie einen Fingerabdruck. "Das System analysiert das Muster und weiß, welches Tier es ist", erklärt Laura Löser. "Wie die NSA, nur für Gelbbauchunken."

Die beiden Schülerinnen haben die Bilder für ihre Datenbank nicht selbst aufgenommen, sondern sie von Forschern zur Verfügung gestellt bekommen. "Wir wollen aber bald selbst Gelbbauchunken suchen und sie fotografieren", sagt Yasmin Douahem. Dann können sie mit der Software untersuchen, ob die Tiere wandern oder in welchen Gebieten sie sich gerne aufhalten.

Algen statt Lithium

Eine Software benutzen auch Nils Kulmbacher und Moritz Julian Weber vom Starkenburg-Gymnasium in Heppenheim. Den beiden 13-Jährigen ist aufgefallen, dass viele ihrer Freunde immer ihre Schulbücher daheim vergessen. Sie haben deshalb "FameBook" entwickelt. Ein Programm, das mithilfe eines Scanners und eines Chips erkennt, ob ein Buch im Schulranzen fehlt. "Auf dem Server liegt eine Datenbank mit dem Stundenplan", erklärt Kulmbacher. Der Scanner ist an der Zimmertür angebracht und erkennt, welche Bücher sich im Ranzen befinden.

Über den ersten Platz im Bereich Biologie durfte sich am Ende eine Schülergruppe der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim freuen: Johann Liebeton und Leon Werner, beide 18 Jahre alt, wollten mithilfe von Algen aus lokalen Gewässern Phosphat gewinnen. Und die zweite Siegergruppe belegte mit ihrem Projekt "Qualitative Beschreibung wässriger Akkusysteme" den ersten Platz im Bereich Chemie. Christian Brudy, Daniel Crusius und Elias Chalwatzis vom Bensheimer Goethe-Gymnasium zeigten mit ihrem Projekt, dass es Alternativen zum Lithium in Akkus gibt, nämlich wässrige Elektrolyte. Mit solchen Akkusystemen haben die Schüler Versuche durchgeführt.

Dienstag, 17.02.2015

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