Sieben Schülerinnen absolvierten ihr Betriebspraktikum in North Yorkshire

Einblick in englische Arbeitswelt

Mitte Januar brachen sieben Schülerinnen des Goethe-Gymnasiums Bensheim auf, um ihr zweiwöchiges Betriebspraktikum in der Stadt Scarborough in North Yorkshire an der englischen Ostküste zu absolvieren.

Die Anreise - Flug nach Manchester und danach noch drei Stunden Zugfahrt - verlief ohne nennenswerte Besonderheiten, so dass die Schülerinnen, begleitet von ihrem Lehrer Stefan Hillenbrand, pünktlich am Bahnhof in Scarborough von ihren Gastfamilien in Empfang genommen werden konnten. Schon hier konnte man ahnen, dass alle Gasteltern sehr herzlich waren, so dass sich schließlich auch alle gut aufgehoben gefühlt haben.

Am nächsten Tag wurde erstmal das Städtchen erkundet, die Wege zu den Arbeitsplätzen gesucht und der Strand entdeckt. Nachmittags trafen sich alle, um einen kleinen Spaziergang am Nordstrand zu machen und schließlich in einen kleinen, typisch englischen Pub einzukehren, um die englische Kultur etwas genauer kennenzulernen. Der Weg zurück zu den Gastfamilien erfolgte bei klischeehaftem Regen und hohen Wellen, die bis auf die Straße schwappten.

Am Montag folgte dann der erste Arbeitstag: Zwei Schülerinnen traten ihre Praktikumsstelle in einer örtlichen Musicalschule an, wo sie an Tanz- und Gesangsstunden teilnahmen und Büroarbeit erledigten, drei weitere arbeiteten in diversen Cafés, wo sie vor allem im Servicebereich, aber auch für den Einkauf und Abwasch eingesetzt wurden. Die anderen beiden Schülerinnen waren in einem Kindergarten, wo sie verschiedene Einblicke in die Kinderbetreuung bekamen und Unterschiede zwischen englischen und deutschen Kindergärten feststellen konnten.

Die Arbeitszeit im Kindergarten lag meist zwischen 9 bis 16 Uhr inklusive einer Stunde Mittagspause, in der das mitgebrachte "Lunch" - bestehend aus einem Sandwich, Obst und Chips - verzehrt wurde. In den Cafés musste bis etwa 17 Uhr gearbeitet werden, dafür gab es aber ein Mittagessen frei Haus.

In der Musicalschule gab es deutlich längere Arbeitszeiten, meist von 9 bis 14 Uhr und dann wieder von 18 bis 21 Uhr, in den langen Pausen hatten die beiden Schülerinnen Zeit, in eines der örtlichen Cafés einzukehren und dort ihren Nachmittag zu verbringen. Die Wege zu den Arbeitsplätzen wurden zu Fuß bewältigt, was aber kein Problem war, da in Scarborough mit seinen 50 000 Einwohnern alles schnell zu erreichen war.

Nach dem Arbeiten trafen sich einige der Praktikantinnen noch in der Stadt, im Pub oder Café, wo sie sich bei Chai Latte oder englischer Limonade über die täglichen Erlebnisse austauschten.

Wetter bestätigte Klischees

Das Wetter war die ganzen zwei Wochen relativ ähnlich: grau und ab und zu mal regnerisch - also so, wie man sich englisches Wetter vorstellt. An manchen Tagen kam dann aber doch vereinzelt die Sonne heraus, dennoch war es ziemlich kalt und windig.

Am einem freien Samstag unternahmen die Goethe-Schülerinnen einen Ausflug in die Stadt York, wo neben viel Shopping auch die historische Stadtmauer und das berühmte "York Minster" besichtigt wurden. Mittags gab es typisch englisches Essen in einem kleinen Pub. Den Jugendlichen gefielen die kleinen Gässchen Yorks und sie wünschten sich, noch ein bisschen mehr Zeit in der schönen Stadt zu verbringen.

Nachdem auch die zweite Arbeitswoche vorüber war, hieß es Abschied nehmen. Ein letzter Besuch im Lieblingspub oder ein kurzer Strandspaziergang waren natürlich wichtig, genauso wie das letzte Zusammensein mit den Gastfamilien. Nach dem Versprechen, eines Tages wieder nach Scarborough zu kommen, fanden sich die sieben Schülerinnen schon wieder im Zug nach Manchester.

Als sie dann, begleitet auf der Rückreise von ihrer Lehrerin Frau Lochbaum, das Flugzeug in Richtung Heimat bestiegen, waren viele wehmütig, da die Zeit so schnell vergangen war. Mit Koffern voller englischer Mitbringsel und vielen interessanten Eindrücken kamen die sieben Schülerinnen alle heil in Deutschland an.

Im Großen und Ganzen waren alle sehr zufrieden mit ihren Arbeitsplätzen, wo sie viel über die englische Kultur, aber auch über das Arbeitsleben lernen konnten. Sprachliche Hürden gab es kaum - und wenn, wurden sie von den aufgeschlossenen Engländern und den Praktikantinnen mit Humor genommen. Ihr Fazit lautet: Schülern der aktuellen E-Phase am Goethe ist diese Möglichkeit, ihr Oberstufenpraktikum zu absolvieren, sehr zu empfehlen. Friederike Glauner

© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 09.02.2017