„Outstanding, inspiring - fantastic!“

Klaus Holl live vom Weltmeisterschaftsfinale in Detroit

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Mit dem Countdown "Three - two - one – Lego!" starten am vergangenen Samstag (28.) die entscheidenden zweieinhalb Minuten bei der Weltmeisterschaft der First Lego League in Detroit, bei denen es "nur noch" darum geht, ob das Goethe RobotX Team Vizeweltmeister oder Weltmeister im Robot-Game-Wettbewerb wird.

Ben Breitinger, der Chefprogrammierer des Teams, und Janosch Kuch stehen hochkonzentriert an der Base und starten den aufwendig konstruierten Roboter, der innerhalb der folgenden 150 Sekunden die verschiedensten Aufgaben rund um das Thema Wasser zu erledigen hat. Da muss zum Beispiel ein Kanalrohr gewechselt werden, eine Kläranlage trennt - robotergesteuert - blaue und braune Legosteine. Der Roboter gießt eine Blume und tröpfelt anschließend noch ein Legosteinchen als Tau in die aufgerichtete, kleine Blüte - Millimeterarbeit, die nur ganz wenigen Teams gelingt. Wasserfässer deponiert der Roboter geschickt in einem Lager und schließlich bewegt er millimetergenau einen Feuerwehrwagen zu einem brennenden Haus.

Das Team um Coach Jonathan Blumann, der gerade mitten im Abitur am Goethe-Gymnasium steht, hat bewusst darauf verzichtet, Wasser aus dem Feld des Gegners zu entwenden. Das könnte die letzten 10 Wertungspunkte bringen, allerdings auch der anderen Mannschaft Punkte wegnehmen. Das Team ist sich sicher: Auch ohne diesen unfreundlichen Akt werden die Punkte reichen, denn dank der vielen Sensoren, der sofortigen Auswertung und Neujustierung der Bewegungen zeigt der Roboter eine ungewöhnlich hohe Präzision. Zügig eilt die Maschine von Aufgabe zu Aufgabe, wobei jeder Erfolg vom gesamten Team mit Tobias Bauß, Hendrik Meyer und Elian Schäfer am Spielfeldrand bejubelt wird. Alle hatten an der Konstruktion und der jahrelangen Verbesserung des Roboters gearbeitet und hunderte Stunden in der MINT-Garage gebaut und trainiert.

Schon kurz vor dem Ende des Laufs flippt der amerikanische Kommentator, der gleich neben dem gut drei Quadratmeter großen Spielfeld steht, aus und heizt Hunderte von Zuschauern an. Er schwärmt in den höchsten Tönen vom "German" Goethe RobotX Team aus "Bönsheim", der unglaublichen Leistung des Roboters und den phantastischen Attachments, die von Ben und Janosch an der Base immer wieder zu wechseln sind. „Outstanding“, „inspiring“, „fanstastic“ und vieles mehr sprudelt aus ihm heraus, und dann ist es auch ohne genaue Auswertung der Punkte klar: Team Goethe RobotX hat die besten Mannschaften der Welt hinter sich gelassen. Unglaublicher Jubel bricht aus und auch Tobias Braumann, der Leiter der Robotik-AG und Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik am Goethe-Gymnasium, und ich können es so langsam fassen: Goethe-RobotX ist das beste Robotik-Team der Welt in der First Lego League, in der insgesamt 30.000 Mannschaften weltweit auf dieses Finale hinarbeiten.
Zuvor waren die besten acht Mannschaften in einer K.o.-Runde gegeneinander angetreten, darunter "CaroAces", die zweite deutsche Mannschaft aus Neustrelitz, und im Finale "Mindfactory" aus der Schweiz. Man kennt sich aus dem Zentraleuropa-Finale der First Lego League als hochkarätige Mannschaften, versteht sich aber trotz aller Konkurrenz sehr gut.

Mit Spannung versammeln sich Samstagnachmittag noch einmal die 108 Mannschaften aus aller Welt im "Grand Riverview Ballroom" des Cobo-Centers in Detroit, Michigan, um der Vergabe der Awards in den verschiedenen Kategorien entgegenzufiebern. Damit sich die Awards nicht auf einige wenige, in der Regel europäische, Mannschaften konzentrieren, kann jede Mannschaft nur einen ersten Platz in einer Kategorie erzielen. Das macht die Zeremonie natürlich spannend und führt zu einer begeisterten Atmosphäre im riesigen Ballroom, von dessen Eingang man einen wunderbaren Blick über den Fluss nach Kanada genießen kann.

Mit drei Awards, einem 1. Platz für das Mechanical Design, einem 3. Platz für das Robot Game des Vortages und einem Award für den Coach von Goethe RobotX, Jonathan Blumann, der nicht nur das Erfolgsteam in Detroit betreut, sondern sich auch um zwei Nachwuchsteams in der MINT-Garage Bensheim kümmert, sind alle im Vorfeld erträumten Hoffnungen mehr als erfüllt worden.

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Möglich war dieses nicht ganz billige Unternehmen allerdings nur durch die Unterstützung vieler Sponsoren, denen an dieser Stelle noch einmal ganz besonderer Dank gebührt. Das Team dankt seinem langjährigen Unterstützer Pepperl+Fuchs, der Bürgerstiftung der Stadt Bensheim, dem Kreis Bergstraße, der Dr. Köhler Chemie GmbH, der Dreher Besitz- und Grundstücksverwaltungs GmbH, den Lions und der GGEW. Ohne die vielen privaten Spenden und erhebliche Mittel der Schule wäre der Erfolg allerdings nicht möglich gewesen. Insofern danken Goethe RobotX und ich ganz besonders den vielen privaten Unterstützern für diese einmalige Möglichkeit.

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