Goethe RobotX bei Pepperl+Fuchs in der Fabrik der Zukunft

robotik pepperlAm Mittwoch, den 09.11.2016 besuchte das First Lego League-Team „Goethe RobotiX“ seinen Sponsor Pepperl+Fuchs, einen führenden Hersteller modernster Sensortechnologie, an seinem Stammsitz in Mannheim. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung des Unternehmens durften die Schülerinnen und Schüler live bestaunen, was sich hinter dem Begriff „Industrie 4.0“ verbirgt:

Gespickt mit allerlei Sensoren aus der eigenen Fertigung und ausgestattet mit geballter Rechenpower liefert in einer Halle ein vollautomatisches Hochregallager in einer aberwitzigen Geschwindigkeit elektronische Bauteile auf den Moment genau an die Stelle, an der sie gerade benötigt werden. Mithilfe von Laserpunkten zeigt die Anlage den Mitarbeitern dann, welches Teil sie als nächstes verwenden sollen.

Um die Zustellzeit der Teile aus dem Lager weiter zu verringern prognostiziert die Anlage darüber hinaus mithilfe einer riesigen Datenbasis, welche Aufträge im Laufe des Tages noch entstehen könnten und schickt Teile schon auf die Reise, bevor diese überhaupt geordert werden. Im Idealfall ist das entsprechende Teil dann schon in dem Moment vor Ort, in dem der Bedarf entsteht. Während die Mitarbeiter der Spätschicht um 22:00 Uhr die Halle verlassen, sortiert sich das Regallager über Nacht selbstständig um und reduziert damit die Zugriffszeiten für den kommenden Tag.

Nebenan sitzt die Entwicklungsabteilung, in der rund 200 Ingenieure an der nächsten Sensor-Generation tüfteln. Während dort in früheren Zeiten Prototypen aufwändig per Hand hergestellt werden mussten, kann jeder Ingenieur seine Ideen heute binnen kürzester Zeit vollautomatisch Realität werden lassen. Der Maschinenpark von Pepperl+Fuchs bedruckt nach den individuellen Vorstellungen der Entwickler Platinen mit Lötzinn. Anschließend werden von einem Roboterarm winzige Bauteile auf den Bruchteil eines Millimeters genau auf den Lötpunkten platziert – so schnell, dass das Auge nicht folgen kann. Nach einem kurzen Durchlauf durch einen Ofen ist der Prototyp fertig.

Sichtlich beeindruckt von dem Gesehenen konnten sich die Schülerinnen und Schüler in der Kantine bei einem Mittagessen stärken. Dabei wurden im Gespräch mit den Mitarbeitern auch die eigenen Erfahrungen mit Sensoren und dem Programmieren von Robotern mit den Lösungen von Pepperl+Fuchs verglichen. Es zeigte sich, dass Profi- und Nachwuchsrobotiker durchaus an vergleichbaren Aufgabenstellungen arbeiten und dabei mit vergleichbaren Problemen konfrontiert werden – wenn auch auf stark unterschiedlichen Niveaus.

Bei einem abschließenden Rundgang durch den Show-Room ergab sich die Möglichkeit, verschiedenste Sensoren in die Hand und unter die Lupe zu nehmen. Beim Betrachten vieler Exponate entstand bei den Goethe-Robotikern der Wunsch, diese mitzunehmen und die oft unzuverlässig arbeitenden Sensoren des Team-Roboters gegen diese Präzisionsgeräte auszutauschen. Tatsächlich verwenden Robotik-Teams wie die „Green Birds“ Sensoren von Pepperl+Fuchs beim Robotik-Wettbewerb Eurobot. Vielleicht startet der ein oder andere Goethe-Robotiker nach absolviertem Studium ja auch einmal in dieser Liga durch. Das Interesse war am Ende des Tages auf jeden Fall mehr als geweckt.

Für das Team Goethe-RobotX: Tobias Braumann