Julian aus Klasse 6 Dritter der Mathematikolympiade

mloh 2017Klein, aber oho: Einer der klügsten mathematischen Köpfe Hessens kommt aus der Jahrgangsstufe 6 des Goethe-Gymnasiums. Julian Reitmaier belegte in der Landesrunde der Mathematikolympiade einen herausragenden 3. Platz. Nach zwei Vorrunden in der Schule hatten insgesamt 34 Sechstklässler an der TU Darmstadt zwei Tage lang Aufgaben lösen müssen, um unter sich die Besten zu ermitteln. Kein Problem für Julian: „Weil mir Matheaufgaben Spaß machen, wenn man ganz viel Zeit dafür hat!“

Vom Goethe haben an der Landesrunde in ihren Jahrsgangsstufen auch Nils Metze (6), Cornelius Binzer (7), Lasse Schneider und Johanna Volk (8) sowie Johanna Meister (9) teilgenommen, was bereits eine Auszeichnung ist, da sich pro Jahrgang hessenweit jeweils nur etwa 30 Schüler qualifizieren können. Allen herzlichen Glückwunsch!

Was genau passiert eigentlich bei einem so großen Wettbewerb? Mathesieger Jullian berichtet:

Wie geht es auf einem so großen Wettbewerb zu?

Julian schreibt über die Matheolympiade 2017:

Am Tag der Matheolympiade wurde ich eine halbe Stunde vor dem Schulschluss abgeholt, weil sie in Darmstadt war. Ich war sehr aufgeregt und wollte eigentlich nur, dass alles vorbei ist. Wir mussten erst einmal den Raum in der großen Uni suchen und alles hat noch ein bisschen länger gedauert, weil ausgerechnet die Haupttür zum Gebäude verschlossen war. In einem großen Aufenthaltsraum mussten wir uns anmelden und wurden anschließend in einen Hörsaal geführt, wo wir uns dann auf die Plätze setzten, die uns zugeordnet waren.

Es war zwar ein kleinerer Hörsaal als die, die ich mal in Filmen gesehen habe. Aber was ich an einem Hörsaal hasse, ist, dass wenn jemand auf die Toilette will, die ganze Reihe aufstehen muss. Jedenfalls hatten wir eine dicke Mappe vor uns, wo viele Blätter drinnen waren: ein grünes Blatt mit den Regeln (das hat man eigentlich nicht gebraucht, denn die Regeln wurden auch noch erklärt). Dann war da ein rotes Blatt für Fragen, dort musste man seine Fragen draufschreiben und bekam auch die Antwort dazu auf dem Blatt zurück. Nun gab es noch viele gelbe Zettel zum Schmieren. Zum Schluss noch die weißen, wo die Lösung der Aufgabe, die Nummer der Aufgabe und die eigene Startnummer eingetragen werden mussten, weil die Arbeiten anonym kontrolliert werden.

Wenn man mit einer Aufgabe fertig war und die Lösung auf das weiße Blatt geschrieben hat, dann müsste man dieses Blatt in einen extra Ordner für jede Aufgabe legen. Als alle Fragen geklärt waren, begann die Schreibzeit und die Fragezeit. Man hatte dreieinhalb Stunden Zeit für drei Aufgaben und die erste Stunde durfte man noch fragen. Ich habe geschrieben und geschrieben. Ich fand die Aufgaben nicht so schwer, wie ich gedacht hatte, aber dafür haben sie ewig gedauert. Allein für die erste habe ich eine Stunde gebraucht und für die zweite eineinhalb Stunden. Ich habe durchgeschrieben bis zum Ende.

Danach stand meine Mutter schon vor der Tür, weil wir direkt danach noch meinen Bruder vom Hockey abholen mussten. Am nächsten Morgen ging es weiter und ich hatte richtig Lust
darauf bekommen, weil mir Matheaufgaben Spaß machen, wenn man ganz viel Zeit dafür hat. Wieder ging es in die Uni nach Darmstadt in den Hörsaal. Ich war verwundert, denn auf einmal waren wir viel mehr Leute als am Tag davor, bis ich herausfand, dass die Fünftklässler mit uns schreiben. Wieder wurden die Regeln erklärt und dann lief es ab wie am Tag davor.
Ich schrieb und schrieb und auf einmal waren erst eineinhalb Stunden vorüber, da war ich schon fast fertig. Nach ungefähr zwei Stunden habe ich dann endgültig abgegeben und musste dann noch eineinhalb Stunden auf meine Mutter warten. Danach gab es gleich noch die Siegerehrung und man hat auch noch etwas mit Mathe gemacht, aber ich war bei beiden Sachen nicht richtig dabei, weil wir direkt danach in den Skiurlaub gefahren sind. Trotzdem war ich immer noch glücklich und erleichtert, dass ich es geschafft habe!