Schülerin vom Bensheimer Goethe-Gymnasium setzt sich gegen zwölf Mitbewerber durch / Kreisentscheid in der Heinrich-Böll-Schule in Fürth

Vorlesewettbewerb: Hannah Eicke hat gewonnen

Bergstraße. Hannah Eicke vom Bensheimer Goethe-Gymnasium hat den Kreisentscheid beim Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewonnen. 13 Schulsieger aus den sechsten Klassen im Kreis Bergstraße waren dazu an der Fürther Heinrich-Böll-Schule (HBS) angetreten.

Ins Finale der besten fünf Vorleser schaffte es dabei mit Paul Flecchia auch ein Schüler der gastgebenden HBS. Er war der einzige Junge, der sich für den Kreisentscheid qualifiziert hatte.

Für die fünfköpfige Jury war es eine undankbare Aufgabe, aus den 13 Kindern, die allesamt ihr Können bereits beim schulinternen Vorlesewettbewerb gezeigt hatten, die "Besten der Besten" auszuwählen. Ein Indiz für die Schwere dieser Entscheidung war, dass fünf Teilnehmer - statt der vorgesehenen drei - für das Finale zugelassen wurden. Neben Hannah Eicke und Paul Flecchia waren dies Marilena Meyer von der Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim, Anne Sophie Klose von der Erich-Kästner-Schule in Bürstadt und Janine Wüste vom Litauischen Gymnasium in Hüttenfeld.

Die Fürther Heinrich-Böll-Schule richtet den Kreisentscheid in diesem bundesweiten Wettbewerb seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Buchhandlung aus.

Wer sich für den Kreisentscheid qualifiziert hatte, der durfte sich bereits als Sieger fühlen. Eine Botschaft, die auch der stellvertretende Leiter der HBS, Andreas Stüber, bei der Begrüßung der Teilnehmer und ihrer zahlreichen Begleiter vermittelte. HBS-Stufenleiterin Birte Karge würdigte die Zeit und Energie, die die Kinder - und ihre Eltern - investieren, um sich vorzubereiten: "Damit schafft ihr für die, die euch zuhören dürfen, ein schönes Erlebnis."

In der Tat war es interessant, den 13 Schulsiegern beim Lesen aus ihren Lieblingsbüchern zuzuhören. In der ersten Runde des Kreisentscheides durfte jedes Kind eine Passage aus einem selbst ausgewählten Buch vortragen. So ganz nebenbei verschafft der Wettbewerb damit auch einen Überblick darüber, welche "Schmöker" bei den Heranwachsenden gerade angesagt sind. Die Spanne reichte dabei von Klassikern wie "Hanni und Nanni" über moderne Themen wie "Jungs auf Skype" bis hin zu spannenden Fantasy-Stoffen wie "Die Flammen der Dunkelheit". Die Kinder bewiesen dabei ein bemerkenswertes Gespür für die richtige Auswahl der Textstellen und machten damit auch neugierig darauf, das jeweilige Buch ganz zu lesen. Ein Ziel des Wettbewerbes, die Freude und die Lust am Lesen zu fördern ist damit sicherlich erreicht.

Die Jury achtete auf bestimmte Kriterien wie das angemessene Tempo, die richtigen Betonungen und die atmosphärische Umsetzung des Textes. Versprecher - oft eine Folge der verständlichen Nervosität bei den Sechstklässlern - fielen bei der Bewertung nicht ins Gewicht.

Am Ende waren es Nuancen, die über die Reihenfolge bestimmten. Die fünf besten Vorleser wurden in der zweiten Runde mit einem ihnen unbekannten Text konfrontiert. Jury-Vorsitzende Rita Horneff hatte dafür das Kinderbuch "Star" der Autorin Salah Naoura ausgesucht. Spannend und lustig erzählt sie darin die Geschichte eines Jungen, der aufgrund einiger Zufälle für einen Hellseher gehalten wird. Spätestens hier zeigten die Finalisten, wie bemerkenswert gut sie lesen können - und es war am Ende wohl kaum jemand im Saal, der sich nicht zumindest vorgenommen hatte, dieses Buch einmal selbst in die Hand zu nehmen, um zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht. Praktisch umgesetzte Leseförderung eben. arn/ü

Donnerstag, 20.02.2014