Mit zehn Fragen und einem Joker zum Sieg

Lesefuchswettbewerb 2014

lesefuchs 2014„Wo sieht Harry Potter Dumbledore zum ersten Mal?“ „Warum ziehen Ronja Räubertochter und ihr Freund Birk in die Bärenhöhle?“ „Wo wohnt Robinson Crusoe am Anfang der Geschichte?“

Solchen und noch vielen anderen Fragen mussten sich vergangenen Donnerstag fünf Schüler und Schülerinnen der fünften Klassen des Goethe-Gymnasiums Bensheim stellen. Beim alljährlichen „Lesefuchswettbewerb“, organisiert von der Deutschfachschaft der Europaschule, müssen die Klassensieger der fünf fünften Klassen zehn Detailfragen zu zehn verschiedenen Büchern beantworten. Dieses Jahr fand der Wettbewerb bereits zum zwölften Mal statt.

In jeder Klasse steht ein Sortiment von fünfzig Büchern, die die Schülerinnen und Schüler nacheinander ausleihen und zu Hause lesen können. In den Klassen im Deutschunterricht findet dann die Vorauswahl der „Lesefüchse“ statt. Wer die meisten Fragen zu den Büchern beantworten kann, wird als Vertreter der Klasse zum Wettbewerb geschickt. Zudem dürfen sie je noch einen „Joker“ mitnehmen. Die Joker können bei dem Wettbewerb dreimal zum Einsatz kommen: Zweimal haben die Lesefüchse die Möglichkeit, auf ihren Joker zurückzugreifen und sich mit ihnen zu beraten, wenn sie die Antwort selbst nicht wissen; einmal kann der Joker außerdem ein Veto einlegen, wenn er merkt, dass der Lesefuchs eine falsche Antwort gibt.

Nach der Begrüßung der zehn Schülerinnen und Schülern durch die Jury-Mitglieder Frau Gissel, Frau Herberg-Hoffmeister und Herrn Hoffmeister wurden den Kandidaten-Pärchen die Fragen-Stapel nach dem Zufallsprinzip zugelost, damit alles fair zuging. Jeder Fragen-Stapel enthielt elf Fragen zu elf verschiedenen Büchern. Die Fragen waren zuvor von den Schülern der fünften Klassen selbst im Unterricht vorbereitet worden. Zunächst bekamen die Lesefüchse eine Liste mit den Büchern, zu denen sie im Folgenden knifflige Fragen beantworten sollten. Eines der Bücher durften die Lesefüchse nach Absprache mit ihren Jokern aussortieren. Somit blieben für alle fünf Kandidaten je zehn Fragen übrig.

Nun begannen die Jury-Mitglieder damit, den Kandidatinnen und Kandidaten reihum die Fragen zu stellen. Unter anderem ging es dabei um die Bücher „Emil und die Detektive“, „Das fliegende Klassenzimmer“, „Die unendliche Geschichte“, „Hexen hexen“, „Warrior Cats“, „Tintenherz“, „Herr der Diebe“ und „Gregs Tagebuch“.

Die Fragen thematisierten häufig kleinste Details, die dem Leser nur bei genauem Lesen auffallen. Die Lesefüchse gerieten schnell ins Grübeln und Schwitzen. Selbst für Vielleser war es schwierig, alle Fragen korrekt zu beantworten. Die Joker waren den Kandidatinnen und Kandidaten häufig eine willkommene Hilfe. Oft wurde auch ein Stöhnen laut, wenn die Schülerinnen und Schüler merkten, dass sie die Fragen der anderen vielleicht besser hätten beantworten können. Trotz Nervosität, Aufregung und einigen eindeutig geratenen Antworten waren die Lesefüchse am Ende des Wettbewerbs doch recht zufrieden mit ihrer Leistung.

Nachdem alle Fragen mit Bravour gemeistert waren, setzte sich die Lehrerkommission zusammen und beriet über den Sieger des diesjährigen Lesefuchswettbewerbs. Bei der spannenden Verkündigung des Gewinners betonte die Jury jedoch, dass „alle Teilnehmer Sieger sind, da sie nicht nur Klassensieger sind, sondern auch durch das viele Lesen einiges dazugelernt haben“.

Als knappe Siegerin mit 7,5 von zehn möglichen Punkten entpuppte sich schließlich Lesefuchs Marieke Brüns zusammen mit ihrem Joker Anne Steiner aus der Klasse 5b. Den zweiten Platz mit sieben Punkten belegte die Klasse 5c dank ihrer Lesefüchsin Anna Boy und dem Joker Lorena Hanser. Sarah Gottwald und Madita Jakob aus der Klasse 5a erreichten den 3. Platz. Der vierte Platz wurde von Henry Metz und Mia Müller (5e) belegt. Auf dem fünften Platz landeten Marvin Schwarz und Henri Klein aus der Klasse 5d.

Alle teilnehmenden Lesefüchse erhielten einen Buchpreis - vom Förderverein des Goethe-Gymnasiums gespendet -, während die Joker Kekse als Belohnung für ihre Leistung entgegennahmen.

Paula Hoffmeister