50 Bücher und jede Menge Fragen

50 Bücher und jede Menge Fragen - wer am Goethe-Gymnasium "Lesefuchs" der fünften Klassen werden will, muss es in Sachen Literatur echt drauf haben. Sechs Teilnehmer hatten sich über eine klasseninterne Vorausscheidung für das große Lesefuchs-Finale 2017 qualifiziert.

Mitgebracht hatten die Finalisten zum Showdown in der Schulmensa, neben Fachwissen, einen persönlichen Joker aus ihrer Klasse - sowie den ganzen Rest der Bande. Insgesamt zehn Fragen, im Vorfeld ausgewählt von einer Lehrer-Fachjury aus einer von den Goethe-Fünftklässlern schriftlich formulierten Fragensammlung, mussten von jedem der jungen Protagonisten quer durch alle 50 Titel beantwortet werden: Wie lernt Mika in "Ostwind" auf Ostwind reiten? Wer sperrt die Mütter in die "Die schrecklichsten Mütter der Welt" auf eine Nordseeninsel? Warum muss August in "Wunder" nicht regelmäßig in die Schule?

Ein enges Rennen

Daniel (5a), Gelila (5b), Selda (5c), Neela (5d), Julius (5e) und Johanna (5f) lieferten sich bei der Beantwortung solcher und ähnlich kniffliger Fragen ein enges Rennen. Am Ende kamen Gelila und Neela auf die gleiche Anzahl von richtigen Lösungen wie Ilka Gottschling und Andreas Herberg-Hoffmeister, die Lehrer-Quiz-Jury, notiert hatten. Ein Stechen musste entscheiden. Quiz-Master Detlev Hoffmeister, verantwortlicher Lehrer für das Lesefuchs-Projekt an der Bensheimer Europaschule, ersann eine letzte Prüfung für das Duo. Gelila gewann mit knappem Vorsprung und fuhr somit unter lautstarkem Applaus den Titel "Lesefuchs 2017" ein.

Die 90-minütige Veranstaltung war jedoch viel mehr als ein Quiz - es war ein Fest für und ein Lustmacher auf Lesen, das getragen wurde von einem fairen, aufmerksamen und bestens gelaunten jungen Publikum. Es wurde angefeuert, gejubelt, geklatscht - und, ja, der isländische Fußball-Schlachtruf ("Huh!") untermalt mit dem charakteristischen rhythmischen Klatschen sorgte auch bei einem Lesequiz-Festival für Gänsehaut. Gut gemacht Jungs!

Das Lesefuchs-Projekt am Goethe ging in diesem Schuljahr in seine 15. Auflage. In jeder fünften Klasse war eine Kiste mit 50 Büchern deponiert, aus denen sich die Kinder bedienen und zu Hause - oder manchmal auch im Unterricht - schmökerten.

Diese Werke bildeten die Basis für einen klasseninternen Lesefuchs-Wettbewerb, der von den Deutschlehrern individuell gestaltetet werden konnte. Die Sieger dieses Wettstreits traten anschließend im Schulfinale gegeneinander an.

Zusammengestellt wurden die Bücherkisten von Detlev Hoffmeister, der bei der Auswahl der Literatur Impulse aus verschiedenen Richtungen berücksichtige. Im Portfolio, das ständig überarbeitet wird, befanden sich unter anderem: "Ein fliegendes Klassenzimmer" und "Emil und die Detektive" (beide Erich Kästner), "Momo" und "Die unendliche Geschichte" (beide Michael Ende), "Harr Potter und der Stein der Weisen" (Joanne K. Rowling) oder "Percy Jackson" (Rick Riordan). Eine Umfrage unter den Schülern während des Finales ergab, dass Fantasy-Geschichten bei den Kids besonders hoch im Kurs stehen.

Durch den Lesefuchs-Wettbewerb bringe man trotz der starken Konkurrenz durch die digitalen Medien in jeder Klasse vier bis fünf Schüler pro Schuljahr zum Lesen, schätzte Detlev Hoffmeister: "Das ist doch ganz ordentlich." eh

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