Englischsprachiges Theater für Unter- und Oberstufenschüler

Gruselige Gestalten im Goethe-Gymnasium

Bensheim. Gruselige Gestalten, Geister, Zombies und Gespenster, eine Frau ohne Kopf und ein mörderisches Pärchen trieben am Mittwochmorgen im Goethe-Gymnasium ihr Unwesen. Und alle miteinander sprachen zudem kein Wort Deutsch, sondern palaverten ausschließlich auf Englisch.

Wie das passieren konnte? Die Antwort kommt hier: Das White Horse Theatre, das seit vielen Jahren mit englischsprachigen Theaterstücken auf Tournee geht, machte wieder einmal Station in Bensheim.

Es durfte gelacht werden

Englischlehrerin Ulrike Heitkämper hatte den zweigeteilten Coup für die Unter- und die Oberstufe des Bensheimer Gymnasiums vorbereitet und eingefädelt.

Mit den beiden Stücken "Fear in the Forest" für die Sextaner und "Look back in Anger" für die Älteren legten die Darsteller eine klare Punktlandung hin und bescherten insgesamt mehr als 270 Schülern zwei unterhaltsame, außergewöhnliche Englischstunden.

Es durfte gelacht werden. Der erhobene Zeigefinger blieb tabu. Die skurrile Bühnenrevue "Fear in the Forest" begeisterte vielmehr mit Wortwitz, einer temporeichen Geschichte, fantasievollen Kostümen und der ungezügelten Spielfreude des kleinen Ensembles. Die Zuhörer aus den fünften Klassen, von denen einige gerade ein Mal ein halbes Jahr lang Englisch als zweite Fremdsprache im Goethe-Gymnasium büffeln, hatten dank der wunderbaren Bildersprache und der einfachen Texte keinerlei Probleme, dem Geschehen zu folgen. Der Spaß stand eindeutig im Vordergrund. Musik und auch ein bisschen Tanz gehörten dazu.

Zum Inhalt soviel: Das Mädchen Josie hat mitten im Wald eine Fahrradpanne und sucht Unterschlupf für eine Nacht in einem ziemlich merkwürdigen Hotel, in dem es von komischen Typen nur so wimmelt. Obwohl Josie die ganze Sache unheimlich ist, lässt sie sich nicht ins Bockshorn jagen, tut laut und deutlich ihre Meinung kund und verweigert glatt weg das vergiftete Essen der blutrünstigen Köchin.

Erst nach und nach geht ihr ein Licht auf: Die Bande will ihr Geld mopsen. Unvermittelte Hilfe erhält sie durch den Butler, der in Wirklichkeit ein Undercover-Agent der Polizei ist und eine Menge Helfershelfer in das Gruselhotel eingeschleust hat. Das Happy End ist nicht mehr weit: Nach knapp einer Stunde klicken die Handschellen. Das böse Spiel der Ganoven ist zu Ende.

Die Schüler nutzten im Anschluss die Gelegenheit, den jungen Engländern vom White Horse Theatre einige Fragen zu stellen - auf Englisch versteht sich. Die Profi-Truppe gastiert vornehmlich in Schulen und Kulturhäusern und tritt jährlich vor 400 000 Zuschauern auf, unter anderem in China und Japan. gs

© Bergsträßer Anzeiger, Donnerstag, 12.02.2015