Beratungsstelle: Bilder von „Goethe“-Schülern schmücken derzeit die Einrichtung

Kunstwerke in vielen Stilen

So mancher, der am Mittwoch die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche am Wambolterhof aufsuchte, staunte bereits im Vorfeld der "Novembergespräche".

Skulpturen und Bilder sorgten für eine außergewöhnlich lebendige Atmosphäre. Sybille Vonderschmidt-Viereck, Leiterin der Einrichtung, begrüßte zur Vernissage die jungen Künstler, Oberstufenschüler des Goethe-Gymnasiums. Sie hatten im letzten Schuljahr mit ihren Kunstlehrern Nadine Bonifer, Katrin Johanning und Gregor Mayer die Arbeiten erstellt. Schulleiter Jürgen Mescher zollte den kreativen Werken große Anerkennung.

Kleine drahtige Figuren, mit weißem stoffartigem Material ummantelt, standen in Pose: die einen in sich zusammengekauert oder zurechtgebogen in Demutshaltung. Im Kontrast dazu spiegelten andere Miniaturen eine kraftvolle Siegerpose oder zeigten durch ausgebreitete "Arme" eine offene Haltung, die einem Willkommensgruß glich.

Das breite Spektrum an Ausdrucksformen ergänzten die Bilder aus verschiedenen Genres. Hier das naturalistisch gemalte Stillleben, dort eine in geometrische Figuren gesetzte Konstruktion, die eine Tiefenperspektive eröffnet. Dass zwei in unterschiedlichen Stilen angefertigte Gemälde in einem Rahmen hingen, kommt nicht von ungefähr. Sie greifen auf dasselbe Sujet zurück, das im Stil des Kubismus abstrahiert und verfremdet in Szene gesetzt wird.

Auf der anderen Seite die Sprache des Surrealismus, die den Alptraum zu Papier bringt. Wie in einem Bild, in dem zwei geöffnete quadratische Klappen den Blick in den menschlichen Bauchraum zu einem komprimierten Räderwerk freigeben. Leichter und beschwingter wirken dann die farbenfrohen Bilder in Pop-Art.

Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Bergstraße weist mit der Ausstellung auf ein Jubiläum hin. Vor zehn Jahren rief die Einrichtung mit BiS (Beratung in Schule) einen weiteren Baustein der Unterstützung ins Leben, mit dem man sich vor allem auf Kinder und Jugendliche zubewegte.

Das Projekt, mittlerweile an vielen Lernorten installiert, bietet vor Ort Hilfe in seelischen Notlagen an. Mit der Vernissage tritt ein weiterer Aspekt hinzu: Mit BiS kommt die Beratung in die Schule und mit der Ausstellung die Schule in die Beratungsstelle, die eine - wenn auch ungewöhnliche Plattform - für kreative Kunstwerke bildete. moni

© Bergsträßer Anzeiger, Freitag, 15.11.2013

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