Stimmungsvolles Konzert im Parktheater / Erstklassige Abendunterhaltung

Riesenbeifall für junge Musiktalente

Bensheim. Musik liegt in der Luft. Zumindest immer dann, wenn das Goethe-Gymnasium zum Konzert ins Parktheater lädt und dort der Öffentlichkeit eine Vielzahl seiner Chöre, sein großes Orchester und die unterschiedlichen Bands von Junior bis zur Big Band präsentiert.

Da das obligatorische Weihnachtsspecial am Vorjahresende dem schulischen Terminstress zum Opfer fiel, entschied sich die Schulgemeinde, das Ereignis zwei Monate später mit einem musikalischen - wenn auch leicht verfrühten - Willkommensgruß an den Frühling nachzuholen.

Eine gute Idee und ein großer Erfolg für alle Mitwirkenden, wie sich jetzt herausstellen sollte. Die Musikshow der kleinen und großen Talente, die Darbietungen des engagierten Nachwuchses aus der Unterstufe und der erfahrenen, professionell auftretenden Sänger, Band- und Orchesterspieler aus der Mittel- und Oberstufe bot den Zuhörern eine ebenso kurzweilige wie anspruchsvolle Abendunterhaltung mit einigen Überraschungen.

Eine davon war zweifelsohne der experimentierfreudige Riva-Chor mit seinem äußerst anspruchsvollen und vielseitigen Repertoire. Anlässlich eines Besuchs der Schwesterstadt am Gardasee zum 25-jährigen Partnerschaftsjubiläum im Frühjahr 2014 hatte sich der Chor unter Leitung von Simone Vondung spontan formiert und ebenso spontan für den Städtenamen als dauerhaften Chortitel entschieden.

Seitdem treten die elf jungen Erwachsenen mit den fein geschulten Stimmen gemeinsam auf und haben dabei - wie man unschwer sehen und hören konnte - einen Riesenspaß: Bei einer ausgelassenen Alpen-Rumba genauso wie bei der musikalischen Collage über Martin Luthers "Verleih uns Frieden". Und wer hätte schon geglaubt, dass man mit Papiertüten so wunderbar musizieren kann? Das Publikum erlebte es hautnah. Logisch, der Knall am Ende durfte nicht fehlen.

Wie es sich für ein Schulkonzert gehört, ließen die Großen den Kleinen auch dieses Mal den Vortritt. Die Bläserklasse 6 unter Regie von Reinhard Kretschmer stimmte die Zuhörer mit zwei rhythmischen afrikanischen und karibischen Volksliedern ein, die Streicherklasse 6 (Leitung Andrea Bergner) gab ihren Einstand mit zwei Stücken, eins davon war der Kingston Calypso, der berühmte Soundtrack aus dem James-Bond-Film "007 jagt Dr. No".

International und abwechslungsreich ging es in der Programmfolge mit den Chören der Klasse 5 (Simone Vondung) und der Klasse 6 und 7 (Dieter Kordes) weiter - die beide im Übrigen mit wenigen Ausnahmen fest in weiblicher Hand sind. Ein Kirchenlied, ein Volkslied mit revolutionärem Touch, populärer Kuschelrock und Popsongs gab es im Wechsel für die Ohren.

Amelie Banasek und Jana Pätzel begleiteten den Sextanerchor beim lyrischen Klassiker der Kultband U 2, "Look at the world" von John Rutter, auf den Querflöten. Mit Klassik und viel Power startete das Orchester aus Streichern und Bläsern (Leitung Andrea Bergner) nach einer kurzen Pause in die zweite Konzerthälfte. Mit Szenen einer symphonischen Dichtung des romantisch-klassischen russischen Komponisten Rimskij-Korsakow, den Themen aus "Scheherezade", außerdem Stücke aus Händels Oper "Rinaldo" und aus dem Messias sowie dem Andante festivo von Jean Sibelius begeisterten die homogen aufspielenden Jungkünstler die Besucher.

Als sich der Kammerchor (Leitung Dieter Kordes) zu dem Chor auf die Bühne gesellte, war dies für die Besucher ein ganz besonderes musikalisches Erlebnis. Aber auch solo wusste der Kammerchor mit einer ganz speziellen Auswahl an Folk- Songs, Soul und Spirituals wie Let it shine , Precious Lord, Take my Hand (Thomas Dorsey) und Show me the Light von Oscar-Gewinner Al Kasha zu überzeugen.

Der Abend neigte sich dem Ende zu - und es kam die Zeit der Goethe-Bands, der Junior Band, der Band und zum gemeinsamen Finale die Big Band (alle unter Leitung con Christoph V. Kaiser). Und es schlug die Stunde der großen Gefühle, - und des Jazz. Mit Oye Como Va, einer Coverversion des Stücks von Gitarren-Gurus Carlos Santana, dem Überflieger 2014 "Happy" von Pharell Williams, dem schmusigen "When a Man loves an Woman" und schließlich "Spain", dem Mega-Latinjazz-Hit von Chick Corea, ging eine Musikshow zu Ende. Fast. Es hagelte Riesenbeifall für die jungen Kreativen. gs

© Bergsträßer Anzeiger, Samstag, 14.02.2015

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