Gute Leistungen und kontrastreiches Repertoire beim Konzert der Leistungskurse

Erstaunliches künstlerisches Potenzial

Das Publikum in der Mensa des Goethe-Gymnasiums erlebte die musikalische Vielfalt der Schule hautnah. Beim Konzert der Leistungskurse präsentierte Fachschaftssprecher Dieter Kordes das erstaunliche künstlerische Potenzial der Oberstufenschüler.

Kraftvoller Klangkörper

Beispielhaft für das hohe Niveau war die Darbietung von Vanessa Bohlinger, die bei Rachmaninows Prelude op. 23 glänzte. Die Schülerin wählte sich mit dem Stück Nr. 5 das bekannteste aus dem 1901 komponierten Zyklus aus. Wunderbar schwungvoll nahm sie die melancholisch-pathetische Klangsprache der Marsch-Struktur auf, die zunächst zaghaft beginnt und mit ihren dynamischen Steigerungen eine dramatische Wendung nimmt. Technisch präzise und voller Energie. Kordes lobte die musikalische Entwicklung der jungen Frau, die sich am Freitagabend in bester Gesellschaft wusste.

Schon der große Chor begeisterte mit sensibler Stimmführung und einem kraftvollen Klangkörper, der auch bei fragilen Passagen wie in Enyas "Only Time" niemals an Dynamik verlor. Neben Popsongs wie "We Are The World" oder einigen Stücken aus dem Album "21" von Adele haben die Sängerinnen und Sänger auch das traditionelle spanische "Guantanamera" im Repertoire.

Unter den Solisten des Konzerts war Melina Gölz, die mit "When I Was Your Man" von Bruno Mars das Publikum begeisterte. Dieter Kordes begleitete sie am Piano. Viel Gefühl und souveräne Tonführung bewies sie auch dreistimmig mit Mareen Krumreich und Nathalie Tokos bei Bette Middlers berühmter Ballade "The Rose". Aus Saint-Saens lautmalerischen zoologischen Fantasie "Karneval der Tiere" hatte sich Jonathan Rascher die aufeinanderfolgenden Porträts Schildkröten und Elefant ausgesucht. Begleitet wurde der junge Mann am Kontrabass von seinem Vater Klaus Steigleder am Flügel. Nach dem langsamen Kriechtier stampfte der Dickhäuter tieftönig im Walzertakt durch die Goethe-Mensa.

Eine Rarität bei Schulkonzerten ist das Streichquartett opus 77 von Josef Haydn. Eine Auftragsarbeit und eines der letzten Streichquartette, die der Komponist vollendet hatte.

Das Werk repräsentiert einen letzten musikalischen Höhenflug Haydns, ein gereiftes Stück von anmutiger Schönheit und Ausdruck, von souveräner Formensprache und betörender Eleganz. Den ersten Satz (Allegro moderato) spielten Helmi Ylitalo und Paul Neundörfer an der Violine sowie Linda Menschel (Viola) und nochmals Jonathan Rascher am Violoncello. Langer Beifall zum Abschluss in der Mensa des Goethe-Gymnasiums.

Das Konzert war nicht nur eine wertvolle Bühnenprobe für die Musiker, sondern auch ein Genuss für die Ohren des Publikums. tr

© Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 23.06.2015