Klaus Holl als neuer Schulleiter ganz offiziell eingeführt

Erfahrener Steuermann jetzt am Ruder

Amtseinführung Klaus HollDas Bild vom Steuermann wurde am Freitag ausgiebig bedient. Doch erstens ist Klaus Holl ein leidenschaftlicher Segler, und zweitens passte die Symbolik zum Anlass der Veranstaltung: Im feierlichen Rahmen wurde Holl jetzt ganz offiziell als neuer Schulleiter des Goethe-Gymnasiums eingeführt.

In der gut besuchten Mensa sprach Holl von seiner "Traumschule". Deren Biografie hat er seit über zehn Jahren in der ersten Reihe begleitet und mitgestaltet. Seit 2005 war er stellvertretender Leiter des Gymnasiums. Nach dem Abschied von Jürgen Mescher 2015 hatte er die Leitung bereits kommissarisch übernommen.

Anfang dieses Jahres wurde er vom Staatlichen Schulamt dann auch offiziell ans Steuer platziert. Mit der Ernennung durch die Gymnasial-Dezernentin Birgit Knauf-Goedeking wurde der Stabwechsel nun endgültig auch nach außen hin perfekt gemacht.

Nicht nur zur Freude von Klaus Holl selbst: Auch Kollegium, Personalrat, Eltern- und Förderverein äußerten sich am Freitag erleichtert, dass der Übergangsprozess - mit einiger Verzögerung - doch noch erfolgreich über die Bühne gegangen ist.

"Sie hat die nötigen Unterlagen in der letzten Minute persönlich nach Wiesbaden gebracht", dankte der 59-jährige Pädagoge Birgit Knauf-Goedeking für deren Engagement. In seiner neuen Funktion wolle er nun weiter dazu beitragen, dass sich die profilierte Europaschule positiv weiter entwickelt und die hohen Standards erhalten bleiben.

Einzige G 8-Schule im Kreis

Er sei stolz auf die Schüler, die Eltern und das Personal der einzigen G8-Schule im Kreis Bergstraße. Das hohe Leistungsniveau und die spürbare Motivation der Schüler sprächen dafür, das Gymnasium auf dem bewährten Kurs zu halten, so Holl weiter.

Zum viel diskutierten Modell einer eigenständigen Schule sagte er: "Selbstständiger, als uns der Förderverein macht, könnten wir nicht sein." Statt auf staatliche Budgets zurückzugreifen arbeite man lieber weiter so gut mit dem Verein zusammen.

"Endlich hat der Kapitän die verdienten Streifen", kommentierte Vorsitzender Jochen Breitenbach die Amtseinführung, durch die Klaus Holl zum Oberstudiendirektor befördert wurde. Er verfüge über die richtige Mischung aus Erfahrung, Können und Wissen, aus Empathie und Führungsqualitäten.

Birgit Knauf-Goedeking lobte Klaus Holl als Pädagogen, der aufgrund seiner fachlichen Erfahrungen dazu in der Lage sei, eine solch große Schule wie das Goethe-Gymnasium erfolgreich zu steuern. An der Schule werden zirka 1300 Schüler von etwa 120 Lehrern in 25 Klassen und Kursen der gymnasialen Oberstufe unterrichtet. Holl sei nicht nur ein Mathematik- und Physiklehrer, er bringe durch seine internationale pädagogische Arbeit auch wichtige interkulturelle und Managementkenntnisse mit ein.

Von 1998 bis 1994 unterrichtete er an der Deutschen Schule in Istanbul, wo er auch Jürgen Mescher kennengelernt hat. Unter anderem war er an einem Gymnasium in Rüsselsheim und einer Gesamtschule in Mörfelden-Walldorf tätig. Nach dem Studium in Köln 1984 arbeitet Holl dort auch mit Schülern im Bereich Holztechnik und Tischlerei. In Bensheim habe er sich von Beginn an wohlgefühlt, sagte er in der Schulmensa, wo der Kammerchor unter der Leitung von Dieter Kordes den musikalischen Auftakt gestaltet hat.

Landrat Christian Engelhardt bezeichnete Holl als eine feste Größe im Bensheimer Gymnasium. Er unterstrich das hohe Niveau der Schule. "Viele Abiturienten schließen über dem Landesdurchschnitt ab", so Engelhardt. In der Bergsträßer Bildungslandschaft sei "das Goethe" nicht nur ein Ort der Wissens- und Kompetenzvermittlung, sondern auch ein Lebensraum für Schüler. Das Gymnasium ist als Referenzschule für vorbildliche Ganztagsarbeit ausgezeichnet worden.

Bensheims Erster Stadtrat Helmut Sachwitz sprach von einem modern ausgestatteten Schulgebäude mit besten Rahmenbedingungen. 2012 wurden die Umbauarbeiten nach sieben Jahren abgeschlossen. Aus einem Zweckbau der 60er Jahre wurde ein zeitgemäßer Bildungs-Campus am Auerbacher Weg.

Mit gut 13 Millionen Euro Schulumlage an den Kreis als Träger, habe die Stadt Bensheim ein gutes Stück zum Werden der Schule beigetragen, so Sachwitz. Dass Klaus Holl seit über zehn Jahren mit auf der Kommandobrücke stehe, lasse auch in naher Zukunft auf Kontinuität hoffen - und damit auf eine weitere stabile Entwicklung des "Goethe".

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 05.12.2016

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