Geschichte

"Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen." (C. Wolf)

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Denn der Mensch ist von Natur aus ein neugieriges Wesen. Er möchte wissen, wie etwas entstanden ist, möchte wissen, warum er heute so lebt, wie er lebt. Die Beschäftigung mit der Vergangenheit sorgt für Lösungsansätze in der heutigen Zeit und vor allem für mehr Verständnis und Toleranz im gesellschaftlichen Miteinander.

Wahlmöglichkeiten:

  • Im Rahmen des bilingualen Konzepts kann der Geschichtsunterricht im Jahrgang 9 auch bilingual erfolgen - Unterrichtssprache ist dann Englisch.
  • Als Profilkurs in der Einführungsphase kann die Teilnahme an der Geschichtswerkstatt gewählt werden.

Fachlehrer:

Iris Baiker-Kreuter, Dorothee Dorweiler, Korinna Flori-Groß, Judith Groen, Sebastian Kremer, Jörg Lienaerts (Fachvorsteher), Nadja Lippok, Heinz Löffler, Gregor Mayer, Stefan Mitze, Florian Schreiber, Eric Schuch, Eva Sloane, Janika Sonntag, Eva Zeig fachschaft geschichte

Bensheimer Schüler erforschten Schicksale jüdischer Familien

Stolpersteine 001Sichtlich gerührt und emotional aufgewühlt bedankte sich Marc Kaman, Enkel von Erna Rohrheimer, bei den Schülerinnen und Schülern der Geschichtswerkstatt des Goethe-Gymnasiums, dass sie die Erinnerung an seine Großmutter Erna wieder erweckt und transparent gemacht haben. Bis dato habe er nur wenig über deren Lebensweg und Schicksal gewusst. Er besitze zwar einige Fotos, habe aber nicht gewusst, um wen es sich bei den darauf abgebildeten Personen handelt.

Erna Rohrheimer, frühere Schülerin des Goethe-Gymnasiums (damals noch Höhere Töchterschule), war 1938 mit ihrem Vater Eduard und zahlreichen jüdischen Emigranten vor den Nazis mit dem legendären Transatlantik-Passagierschiff St. Louis von Hamburg aus in die USA geflüchtet. Cedric (17) von der Geschichtswerkstatt hat ihren Lebensweg anhand von Dokumenten bis ins Detail recherchiert: „Von New York aus sind Erna und ihr Vater ins German Town nach Philadelphia gezogen, wo sie zunächst in einem Restaurant gearbeitet hat.“

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Messingplatten erinnern an die Vertreibung der jüdischen Familie Rohrheimer durch die Nationalsozialisten

Stolpersteine in der Rheinstraße verlegt

Stolpersteine Lorsch (1)„Ich lege an allen Gedenksteinen für jedes Opfer eine Blume ab“, sagte Gisela Steines vom Vorstand des Heimat- und Kulturvereins und streute weiße Blütenblätter auf die Stolpersteine, in denen die Namen von Eduard Rohrheimer und seiner Tochter Erna eingraviert sind. Erst wenige Minuten zuvor hatte der Kölner Künstler Gunter Demnig die kleinen quadratischen Messingplatten in den Bürgersteig vor dem ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus der Familie Rohrheimer in der Rheinstraße 4 eingelassen. Seit 1996 hat Demnig in Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus mehr als 75 000 Steine deutschland- und europaweit verlegt.

Erfreulich viele junge Menschen wohnten der sechsten Stolperstein-Verlegung in Lorsch bei – was üblicherweise durchaus ungewöhnlich ist, in diesem Fall aber dennoch nicht weiter erstaunlich war. Schließlich waren es Schüler der Geschichtswerkstatt des Goethegymnasiums in Bensheim, die beharrlich in alten Schulakten und auf Internetportalen zur Ahnenforschung das Schicksal jüdischer Schülerinnen und deren Familien, die vor dem Naziregime geflohen waren, die deportiert oder ermordet wurden, recherchierten. Das Erinnerungsprojekt mit der Verlegung von Stolpersteinen hat die Schulleitung mit Patenschaften finanziert.

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Stolpersteine erinnern an jüdische Schicksale in Bensheim

Mehr als 100 000 Stolpersteine hat Gunter Demnig schon verlegt. Mit seinem Projekt will der 1947 in Berlin geborene Künstler „die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Zigeuner/Sinti und Roma, der politisch Verfolgten, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der Euthanasieopfer im Nationalsozialismus lebendig erhalten“.

Vor deren letzten selbstgewählten Wohnort lässt er Gedenktafeln aus Messing in das Pflaster ein, erstmals – und damals zunächst ohne Genehmigung – im Jahr 1996 in Berlin-Kreuzberg. Es dauerte noch einige Jahre, bis die Idee in deutschen Gemeinden wohlwollend aufgenommen wurde. Inzwischen gibt es nicht nur in Deutschland, sondern in 27 Ländern Europas Stolpersteine, unterschiedlich finanziert und behördlich genehmigt.

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Holocaust-Gedenktag Elias Sumalowitsch, Schüler des Goethe-Gymnasiums, besuchte Auschwitz und sprach mit Überlebenden des Nazi-Terrors

„Fassungslos, geschockt und tief berührt“

Einen Monat ist es her, dass Elias Sumalowitsch aus Auerbach zusammen mit sechzig politisch interessierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus zehn Ländern die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht und dort mit Zeitzeugen gesprochen hat.

Am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust, am 27. Januar, hat er vor dem Eingang des ehemaligen Vernichtungslagers mit etwa 200 Überlebenden und in Anwesenheit der Präsidenten von Polen, Israel, der Ukraine und Deutschland – Andrzej Duda, Reuven Rivlin, Wolodymyr Selenskyj und Frank-Walter Steinmeier – der mehr als 1,3 Millionen ermordeten Holocaust-Opfer in Auschwitz gedacht.

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