Im Rahmen des Exkursionstages im Dezember besuchte uns Prof. Dr. Halama, um unserem Bio-LK (Q3) die Ursachen für die Entstehung sowie die unterschiedlichen und aktuellsten Therapieansätze zur Bekämpfung von Krebs zu erklären. In der Medizin bezeichnet man die unkontrollierte Vermehrung von Zellen als Krebs. Laut DEUTSCHER KREBSHILFE entstehen Krebszellen, „wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern, diese Veränderungen nicht mehr repariert und die Erbinformationen dadurch „verfälscht“ werden.“ (https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/was-ist-krebs/, 17.12.2025)
Prof. Dr. Halama arbeitet seit seinem Doktortitel in Medizin in vielen verschiedenen Organisationen für Krebsforschung wie dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Im Helmholtz Institut für Translationale Onkologie (HI-TRON) in Mainz leitet er seit 2023 seine eigene Forschungsabteilung „Tumorimmunologie und Tumorimmuntherapie“ und engagiert sich bei der Graduierten- und Studentenausbildung an der Universität Mainz. Gleichzeitig sieht er auch Patienten an der Uniklinik, da ihm sowohl die Nähe zum Patienten als auch die Erfahrungswerte bei der Umsetzung seiner Forschungsergebnisse am Patienten sehr wichtig sind.
Prof. Dr. Halama begann seinen interessanten Vortrag zunächst mit einem Schaubild, das verschiedene Ursachen zeigte, die Krebs auslösen können. Dabei überraschte es uns, dass das größte Feld „Zufall“ hieß. Prof. Dr. Halama erklärte uns daraufhin, dass viele Ursachen für Krebs noch nicht erforscht sind und man deswegen von einer zufälligen Erkrankung spricht, wenn man keine eindeutige Ursache, wie u.a. Vererbung oder Rauchen, diagnostizieren kann. Danach wurden uns die aktuellen Therapieansätze und deren Schwierigkeiten dargelegt. Eine Möglichkeit dabei ist die Strahlentherapie, bei der die DNA der Krebszelle lokal mit Röntgenstrahlen bestrahlt wird, wodurch diese beschädigt wird. Die Problematik hierbei besteht darin, dass die Strahlung nur eine hohe Wirkung aufweist, wenn der Krebs noch nicht gestreut hat, also sich auf andere Organe verbreitet hat. Deswegen wird dem betroffenen Patienten oft zusätzlich eine Chemotherapie angeraten. Diese tötet auch versteckte Krebszellen, aber leider auch gesunde Zellen ab, wodurch die Patienten u.a. ihre Haare verlieren und sehr Infekt-anfällig sind, da die Zellen des Immunsystems ebenfalls von dieser Therapie angegriffen werden.
Anschließend wurde uns die Immuntherapie erklärt, mit der Prof. Dr. Halama sich sehr intensiv beschäftigt. Der Grundgedanke der Immuntherapie liegt darin, dass nicht der Krebs direkt angegriffen wird, sondern dass das körpereigene Immunsystem die Krebszellen bekämpfen soll. Dabei werden meistens die Immunzellen durch spezifische Medikamente aktiviert. Prof. Dr. Halama stellte uns noch zwei weitere Formen der Immuntherapie vor, die noch nicht sehr verbreitet und auch sehr teuer für den Patienten sind, da die Krankenkasse diese Therapien oder Reisen zu Studien oft nicht übernimmt. Bei dem einem Therapieansatz werden eigene Immunzellen entnommen, genetisch - auch auf Basis von CRISPR-CAS - verändert und wieder zurück in den Körper gegeben. Dieser Therapieansatz ist aber zurzeit noch sehr kostenintensiv.
Bei einem anderen Ansatz werden spezifische mRNAs entwickelt, dem Patienten verabreicht, damit das eigene Immunsystem gezielt trainiert wird, Krebszellen zu vernichten. Leider liegen bei dieser experimentellen Therapie die Kosten z.T. noch im sechsstelligen Bereich. Strahlen- und Chemotherapien liegen meistens zwischen 5.000 bis 15.000 Euro und werden meistens von der Krankenkasse übernommen. Prof. Dr. Halama ist sehr engagiert und setzt sich persönlich für seine Patienten ein. Er stand auch schon öfter für seine Patienten gegen deren Krankenkassen vor Gericht, wenn diese den ärztlich empfohlenen Therapieansatz nicht übernehmen wollten.
Dennoch betonte er auch, dass er in unserem Land die Krankenversicherung, die eine Grundversorgung immer gewährleiste, sehr schätze. Denn als er nach seinem Studium eine Zeitlang in Amerika arbeitete, sei es ihm sehr schwer gefallen mit zuzusehen, wie Menschen, die dringend Hilfe benötigt hätten, aus dem Krankenhaus weggeschickt wurden, weil diese keine Krankenversicherung hatten.
Zum Abschluss des fachlich informativen Vortrages wartete noch ein Highlight in Form eines praktischen Teils auf uns. Wir durften, wie es auch Fachärzte zunächst üben, an einem „Dummy“ das Injizieren und Entfernen einer Portkanüle probieren (s. Bild). Über so eine Portkanüle, die in der Nähe des Herzens implantiert wird, können Infusionen für eine Chemotherapie und/ oder einer immunbiologischen Behandlung direkt in die Hauptschlagader geleitet werden, damit die Medikamente schnell über das Blut im Körper verteilt werden. Das präzise „Anbringen“ dieser Portkanüle war für uns alle wirklich etwas Besonderes.
Obwohl Krebs ein emotional schwieriges Thema ist, hat Prof. Dr. Halama uns dieses brisante Thema durch seine humorvolle, schonende sowie fachlich informative und interessante Art fesselnd übermittelt.
Der Tag war für uns Schülerinnen und Schülern eine interessante Erfahrung, da nicht nur unser Schul-Wissen über Krebs bereichert wurde, sondern wir auch Einblicke in aktuelle Forschungsansätze aus erster Hand erfahren durften. Für den Vortrag und die Mühe möchten wir uns vielmals bei Prof. Dr. Halama bedanken. Außerdem möchten wir uns bei unserer Lehrerin Frau Mirus für die Organisation des Exkursionstages bedanken. (Julia Volk, Q3)


