Auerbacher Weg 24, 64625 Bensheim 06251 770 630 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Goethe-Gymnasium Bensheim
Hessische Europaschule
Verein Goethe hilft mit e.V.
Image
SoR - SmC

Das Goethe feiert die deutsch-französische Freundschaft

Freundschaft der Nationen und Völkerverständigung sind wichtiger denn je. Den schwierigen politischen Zeiten zum Trotz wurde der Deutsch-Französische Tag, der 22. Januar, am Goethe-Gymnasium ausgiebig gefeiert. Es gab leckere Schoko-Croissants zu kaufen, man konnte sich in einer Fotobox als charmante Französin und echter Franzose ablichten lassen oder sich im Handlettering französischer Zitate üben. Und dann die große Überraschung: Auf dem Schulhof tanzten 250 Schüler, in bleu-blanc-rouge gekleidet, einen Flashmob auf „Je suis chez moi“ von Black M und verbreiteten so ein wunderbar französisches Flair.

Einen weiteren Höhepunkt gab es am Abend im ehrwürdigen Kaisersaal des Frankfurter Römers. Dort wurde der renommierte Wettbewerb der Deutsch-Französischen Gesellschaft (DFG) ausgetragen, die Jahr für Jahr am 22. Januar ausgezeichnete Leistungen in der französischen Sprache prämiert. Helena Flad, die den Französisch-Leistungskurs am Goethe-Gymnasium Bensheim besucht, hatte es in die letzte Runde geschafft und wurde als eine der vier Finalistinnen in den Römer eingeladen. Sie erhielt am Abend überglücklich den zweiten Preis für ihre Arbeit über Anne Beaumanoir, Widerstandskämpferin in der NS-Zeit, engagierte Unterstützerin der algerischen Bevölkerung im Algerienkrieg und als Lebensretterin zweier jüdischer Jugendlicher eine „Gerechte unter den Völkern“. Helena hat bereits in der 5. Klasse mit Französisch begonnen, an Austauschen mit Frankreich teilgenommen und das französische Sprachzertifikat DELF glänzend abgeschlossen. In den Herbstferien war sie für ihre Recherche über Anne Beaumanoir mit ihren Eltern eigens nach Frankreich in den bretonischen Geburtsort Annes gereist, um den Spuren dieser außergewöhnlichen Frau zu folgen und sich für ihre Arbeit inspirieren zu lassen. Über Helenas großen Erfolg freuten sich auch ihre Französischlehrerinnen Ulrike Heitkämper und Martina Limp sowie der französische Fremdsprachenassistent Mathieu Rouaud, die zu dem besonderen Ereignis nach Frankfurt angereist waren.

Die Jury zeigte sich begeistert von der Qualität der eingereichten Arbeiten, der hervorragenden sprachlichen Kompetenz der vier Finalistinnen, die am Nachmittag noch eine mündliche Prüfung abgelegt hatten, und insbesondere von der ausgezeichneten Aussprache des Französischen, kaum von einem Muttersprachler zu unterscheiden. Besonderer Dank galt an dieser Stelle allen voran den Lehrerinnen und Lehrern, aber auch den Eltern für ihre große Unterstützung beim Erlernen der so schönen wie auch schwierigen Sprache.

Alle Festredner waren sich einig: Französisch zu lernen sei mehr, als sich eine Sprache anzueignen, es zeige Haltung, Disziplin, Ausdauer, Leidenschaft und Engagement. Hier wurde der Stellenwert des Deutsch-Französischen Jugendwerks unterstrichen: Seit seiner Gründung im Jahr 1963 haben 10 Millionen Jugendliche an 400.000 Austauschen teilgenommen und die Sprache des Nachbarn gelernt, ein sensationelles Erfolgsprojekt. Die Stadträtin Dr. Ina Hartwig betonte die Bedeutung der Mehrsprachigkeit für Frankfurt; sie sei kein Luxus, sondern Realität, Reichtum, die Brücke zu anderen Menschen und Ländern, die Basis für politische Verantwortung. Schulamtsleiterin Evelyn Spyra ging in ihrer Rede auf die Geschichte des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrags ein, besiegelt 1963 zwischen den beiden Staatspräsidenten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle. Sie betonte, dass es dabei um so viel mehr gegangen sei, nämlich um Versöhnung und Frieden. Hier schilderte sie, dass Robert Hébras, der letzte Überlebende des SS-Massakers von Oradour-sur-Glane, als Zeichen der Versöhnung eine Einladung Willi Brandts nach Deutschland annahm und bei seinem Tod 2023 seine Enkelin Seite an Seite mit den Staatspräsidenten Emmanuel Macron und Franz Walter Steinmeier stand.

„Einer für alle, alle für einen“: Der Präsident der DFG, Christophe Braouet, zitierte Alexandre Dumas und „die drei Musketiere“, um die europäische Sichtweise des Miteinanders zu beschreiben. Er schloss mit den Worten Adenauers, die gerade heute von größter Aktualität sind: „Die Einheit Europas war ein Traum von wenigen. Sie wurde eine Hoffnung für viele. Sie ist heute eine Notwendigkeit für uns alle“.

(Tina Limp)